Bei der Antragsstellung für die Berufsunfähigkeitsrente erhalten Sie umfangreiche Fragebögen vom Versicherer.

Ein Teil dieser Fragebögen befasst sich mit Ihrem Beruf und der konkreten Ausgestaltung Ihrer Tätigkeit. Hiermit sollen mehrere Teilbereiche erfasst werden:

Schaubild Tätigkeitsbeschreibung

1. Werdegang

In der Regel werden Sie über Ihre bisherige Ausbildung und Ihre bisherigen Tätigkeiten befragt. Bei Verträgen mit abstrakter Verweisung spielt der Werdegang eine größere Rolle als bei Verträgen ohne abstrakter Verweisung. Aber auch bei der Frage einer möglichen späteren konkreten Verweisung kann Ihr Werdegang herangezogen werden.

2. Berufsbeschreibung

Der Sachbearbeiter der Leistungsfallabteilung muss sich mit vielen Berufen beschäftigen. Vordergründig ist den meisten klar, was ein Steuerberater, Rechtanwalt, Arzt, Schreiner, etc. „so macht“. Im Detail können das jedoch die meisten bei fremden Berufen nicht sagen. Der Sachbearbeiter muss sich daher ein genaus Bild über Ihren Beruf machen können. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass der Sachbearbeiter ein individuell passendes Bild zu Ihrem Beruf und zu Ihrer letzten Tätigkeit bekommt. Je außergerwöhnlicher (unbekannter) Ihr Beruf ist, desto intensiver müssen Sie sich der Beschreibung widmen.

3. Konkrete Ausgestaltung Ihrer Tätigkeit

Das ist der wichtigere Part. Es soll nämlich im Leistungsfall weniger um Ihren Beruf im Allgemeinen, sondern eher um Ihre konkrete Tätigkeit, gehen. Auch innerhalb einer Berufsgruppe gibt es markante Unterschiede hinsichtlich der individuellen Ausgestaltung der Tätigkeit. Je weiter Ihre konkrete Tätigkeit vom herkömmlichen Berufsbild abweicht, desto intensiver muss hier vorgetragen werden. In der Praxis vermischen sich heute viele Berufe und sind nicht so klar definiert. Je unklarer Ihre Tätigkeit ist, desto gründlicher müssen Sie darlegen.

4. Vorher / Nachher

Der Versicherer verlangt von Ihnen, Ihre Tätigkeit zweimal darzustellen. Einmal vor der Erkrankung und einmal seit der Erkrankung. Hierfür sind Stundenpläne zu erstellen. Manchmal reichen 1-2 Tage, manchmal wird besser eine Arbeitswoche dargestellt. Die Tätigkeitsbeschreibung ist das Herz des Leistungsantrages. Hierfür kann es keine allgemeingültigen Regelungen geben, die ich hier beschreiben könnte. Wie man die Stundenpläne konkret gestaltet, kann daher nur in einer individuellen Beratung besprochen werden.

 

5. Ausführlichkeit

Bei der Frage „ausführlich oder kurz und knapp?“ kommt es auch auf den Einzelfall an.
Beides kann richtig oder falsch sein. Nicht immer sind ausschweifende Beschreibungen richtig. Manchmal können gerade diese zum Bumerang werden. Schwierig ist es, wenn Tätigkeitsbeschreibungen im Nachhinein korrigiert werden müssen. Insofern ist auch das ein Thema, was ich hier nicht weiter vorstellen kann.

6. Sachlichkeit

Viele Versicherte neigen dazu, zu viele Emotionen in den Leistungsantrag zu stecken. Sehr verständlich. Aber nicht gut. Dramatische Schilderungen sind fehl am Platz. Ziel ist es nicht, beim Sachbearbeiter Mitleid für Ihre Situation zu erwecken, sondern sachlich und neutral darzustellen, warum gerade Sie einen Leistungsanspruch haben.

7. Beweise sichern

Versicherer bestreiten mitunter gerne mal pauschal die konkrete Ausgestaltung des Berufs. Damit sind sie in der Tat auch erst einmal „aus der Nummer raus“, denn Sie sind hier beweispflichtig. Gut, wenn Sie die konkrete Ausgestaltung Ihres Berufs beweisen können. Dies gilt umso mehr, wenn Sie vom „Normalzustand“ abweichen, z.B. weil Sie einen extrem langen Arbeitstag haben oder eine außergewöhnliche Tätigkeit ausüben.

Die Punkte 1-7 stellen nur einen kleinen Auszug zur Problematik hinsichtlich der Tätigkeitsbeschreibung dar. 

Neben der vorvertraglichen Anzeigepflicht und der gesundheitlichen Problematik, stellt die Tätigkeitsbeschreibung aus meiner Erfahrung heraus, die größte Hürde bei der Antragsstellung für Zahlung einer Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung dar.

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Categories: Berufsunfähigkeit

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