Dass es bei Tarifwechseln gemäß § 204 VVG oft zu Problemen kommt, war schon häufiger Thema. Hier, hier und hier können Sie einiges zum Thema nachlesen.

Neueste Masche, von der ich bislang glücklicherweise bis jetzt verschont blieb:
Die Versicherer verschicken ein Standardschreiben, in dem sie quasi vor externer Beratung warnen und herausstellen, dass die Beratung durch das Versicherungsunternehmen selbst kostenfrei und selbstverständlich ganz unproblematisch möglich ist.

Versicherung Fail

Fragen: Warum verschickt das Finanzamt nicht auch Standardschreiben, in dem sie die Steuerpflichten auf die Möglichkeit der kostenfreien Informationserteilung durch das Finanzamt hinweist? Wieso wundert sich niemand, wenn ein Steuerpflichtiger nicht das Finanzamt befragt, sondern kostenpflichtig einen Steuerberater beauftragt?

Den Versicherungsberater unterscheidet – bis auf die Beratungsthematik – im Großen und Ganzen nicht viel vom Steuerberater.

Die Beratung durch das Unternehmen ist auch nicht kostenfrei, wie behauptet wird.
Die Prämie, die Sie bezahlen, enthält eine Bestands- bzw. Betreuungsprovision.
Sie können natürlich auch diese Beratung durch den Versicherer weiter zusätzlich nutzen, auch wenn Sie externe Beratung dazu kaufen. Da habe ich überhaupt nichts gegen.

Hätten Sie lieber 400,00 € oder lieber 800,00 € Beitragseinnahmen? Hätten Sie lieber die Bestandsprovision aus 400,00 € oder lieber die aus 800,00 €? Wie objektiv und neutral kann eine Beratung durch den Versicherer sein, wenn die Antwort auf beide Fragen aus wirtschaftlichem Interesse lauten muss. „Klar, lieber die 800,00 €.“?