Die Risikovoranfrage ist ein wichtiges Thema in den Bereichen der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Warum ist diese so wichtig?

Bei beiden Versicherungssparten müssen Sie sehr ausführlich Auskunft zu Ihrem Gesundheitszustand machen und Gesundheitsfragen beantworten. Die Gesellschaften sind in der Annahme sehr pingelig, so dass es sehr häufig zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder schlimmstenfalls sogar zur Ablehnung kommt.

Wenn Sie nun einen Antrag stellen und dabei die Erfahrung machen müssen, dass die Gesellschaft Sie nur mit einem Risikozuschlag oder Ausschluss versichern möchte oder sogar den Antrag ganz ablehnt, haben Sie es bei Folgeanträgen schwerer. Nicht alle Versicherer sind gleich streng in der Risikoprüfung. Auch Gesundheitsbeeinträchtigung werden von Versicherern unterschiedlich gewichtet. So kann es durchaus sein, dass Versicherer A den Antrag ablehnt und Versicherer B nur einen Risikozuschlag verlangt.

Wenn Sie jedoch bei Versicherung A die Ablehnung erhalten, müssen Sie diese Antragstellung bei Versicherer B im Regelfall angeben. Die Chancen, dass Versicherer B dann anders entscheidet, sind eher gering; auch wenn die Versicherer immer von sich behaupten stets ihre eigene Risikoprüfung durchzuführen. Das Risiko, dass der Versicherer eben doch zur Konkurrenz schielt liegt bei Ihnen. Das muss nicht sein.

Oft wird angeraten diese Anfragen anonym an die Versicherer zu stellen. Dies funktioniert in den meisten Fällen jedoch nur theoretisch. Fast alle Versicherer beantworten anonyme Risikovoranfragen gar nicht erst. Auch wenn keine Weitergabe der Daten an die Uniwagnisdatei erfolgt, möchte der Versicherer dennoch die Daten innerhalb seines Unternehmens speichern können. Zum Einen, um der Gefahr entgegenzuwirken, dass die Voranfragen so lange korrigiert und beschönigt werden, bis der Antrag passt. Zum Anderen, um zu vermeiden, dass es gesellschaftsintern unterschiedliche Aussagen zu einem Vorgang gibt.

Wichtig ist, dass Sie die personalisierte Risikovoranfrage nicht selbst unterschreiben, sondern jemanden beauftragen, dies für Sie zu erledigen. Derjenige sollte dann zwingend auch der Weitergabe Ihrer Daten außerhalb des Versicherungsunternehmens widersprechen.

Nicht selten werden mittlerweile auch personalisierte Risikovoranfragen nicht oder nur sehr zögerlich beantwortet. Das liegt daran, dass diese Art des Vorabanklopfens mittlerweile Gang und Gäbe geworden ist. Den Versicherer kostet die Risikoprüfung Zeit und Geld. Ohne zu wissen, dass es zu einer Antragstellung kommt, geht der Versicherer mit seiner Leistung also in Vorkasse. Richtige Anträge werden daher natürlich ernster, zügiger und zuverlässiger beantwortet.

Es besteht daher zusätzlich auch die Möglichkeit mehrere Anträge zeitgleich zu stellen. Dies ist aber wegen der längeren Widerrufsfrist nur bei der Berufsunfähigkeitsversicherung anzuraten. Näheres zu diesem Thema können Sie dort: Berufsunfähigkeitsversicherung – mehrere Anträge stellen nachlesen.