Das Handelsblatt berichtet heute über Tarifwechsel in der PKV. Den Artikel können Sie hier online lesen.

Es gibt genügend Versicherungsberater, die nicht auf Erfolgshonorarbasis arbeiten sondern ein Pauschalhonorar nehmen oder auf Stundenbasis abrechnen. Diese sind sogar in der Überzahl zu den wenigen Versicherungsberatern, die auf Erfolgshonorarbasis abrechnen.

Den Verbraucher zu ermutigen sich ohne professionelle Hilfe dem Tarifwechsel zu widmen sehe ich kritisch. Oder übernehmen das Handelsblatt bzw. die Herren Caspary und Voss die Haftung dafür, wenn der Verbraucher eine Fehlentscheidung trifft? Ein Tarifwechsel hat immer Konsequenzen.

Der Verbraucher muss diese Konsequenzen kennen, denn er muss mit den Folgen leben. Die Aufklärungsarbeit der Gesellschaften ist haarsträubend, gesetzliche Verpflichtung hin oder her. Den meisten meiner Mandanten wird erst im Laufe meiner Beratung überhaupt bewusst, was einzelne Leistungspositionen überhaupt bedeuten und wo sie ihre Leistungslücken jetzt schon haben, die sie möglicherweise durch einen Tarifwechsel weiter klaffen lassen oder aber auch schließen können.

Es ist darüber hinaus hinreichend bekannt, dass die Unternehmen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht genügend nachkommen. Interessante Tarife werden oft nicht aktiv angeboten. Dubiose Merk- und Informationsblätter werden zur Unterschrift vorgelegt, etc. pp. Ich habe hierzu in den letzten Tagen/Wochen schon einige Male berichtet.

Um den PKV-Ombudsmann ins Boot zu holen, muss der Verbraucher überhaupt erst einmal merken, dass etwas aus dem Ruder läuft, worüber er sich beschweren kann. Wie soll er das aber beurteilen, wenn er eigentlich  nur zwei Instrumente hat. 1. der Preis und 2. die Unterlagen, die ihm die Gesellschaft zur Verfügung stellt. Er kann sagen: A ist billiger als B. Aber wie soll er wissen, dass die Unterlagen der Gesellschaft vollständig sind? Dass es nicht weitere Tarife gibt? Welche Mehr- und Minderleistungen er im Detail in Kauf nehmen müsste? Ob der Risikozuschlag angemessen ist? Ob es sich eher lohnt auf Mehrleistungen zu verzichten oder den Risikozuschlag zu zahlen? Welche Auswirkungen ein höherer Selbstbehalt hat?

Die Alternative zu Versicherungsberatern auf Erfolgshonorarbasis ist demnach nicht, es alleine zu machen, sondern eine Beratung zum festen Beratungshonorar einzukaufen.

 

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