Die Neutral-Null-Methode ist ein gängiges Verfahren, um Bewegungseinschränkungen nachvollziehbar darzustellen. Sie ist wichtig für die nachvollziehbare Messung Ihres Invaliditätsgrades.

Hierbei werden die Endstellungen der Gelenkbeweglichkeit gemessen. Die Ausgangsstellung ist die normale aufrechte Stellung des Menschens, das ist die sog. Nullstellung. Von dieser Nullstellung aus werden dann die Bewegungsausschläge der Gelenke gemessen. Zuerst der maximal körperferne Bewegungsausschlag, dann die maximal körpernahe Endstellung.

Die erhobenen Werte werden in einer festgelegten Reihenfolge in das Messblatt eingetragen. Die Bewegungsausschläge werden in aller Regel passiv und aktiv gemessen.

Aktiv heißt: Den Bewegungsausschlag, den Sie selber erreichen.

Passiv heißt: Den Bewegungsausschlag, den Sie mit Hilfe erreichen können. (Der Arzt bewegt also Ihren Arm z.B.)

Als Messinstrumente werden in der Regel Winkelmesser und Maßbänder benutzt. Verzichtet der Gutachter darauf und erhebt die Einschränkungen nur „Pi mal Daumen“ sollten Sie skeptisch sein. Denn schon eine Fehlmessung von 10 Grad kann über höheren oder geringeren Invaliditätsgrad entscheiden. Die Messung muss daher genau sein.

Mit den erhobenen Daten kann dann ein anderer Arzt oder auch der Sachbearbeiter der Unfallschadenabteilung genau sehen, in welchem Bereich und in welchem Maße Bewegungseinschränkungen vorliegen, ohne Sie je gesehen zu haben. Er weiß dann z.B. genau, wie hoch Sie Ihren Arm heben können, wie weit Sie Ihre Wirbelsäule drehen können, etc.

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