Berufsunfähigkeits Thema

Vielen Versicherten fällt erst einmal ein Stein vom Herzen, wenn sie ihren BU-Leistungsantrag durch haben. Gerade für langjährig Erkrankte ist der Nervenkrieg mit dem Versicherer mit der Anerkennung der Leistungspflicht aber oft noch nicht vorbei, denn die Nachprüfung steht bevor.

 

Zunächst einmal sind Sie selbst verpflichtet, jede Änderung der gesundheitlichen oder beruflichen Situation anzuzeigen.

Ob das dann direkt Konsequenzen für Ihren Leistungsfall hat, hängt vom Einzelfall und Ihrer konkreten Situation ab.

In den meisten gängigen Bedingungen ist geregelt, dass der Versicherer jederzeit sachdienliche Informationen verlangen darf. Das sind meistens Formularanfragen, wo der aktuelle Gesundheitszustand und der aktuelle berufliche Status abgefragt wird. Häufig werden Sie dann auch aufgefordert Belege einzureichen; z.B. Einkommensnachweise, aktuelle AU-Bescheinigung, Arztbriefe etc.

Wie oft der Versicherer von seinem Recht Gebrauch macht, hängt vom Einzelfall ab. Der Beruf spielt hierbei eine Rolle, genauso wie die Art der Erkrankung und die ärztliche Prognose. Manche Versicherte haben jahrelang Ruhe. Andere müssen sich alle paar Monate offenbaren. Die Anfragen des Versicherers müssen natürlich schon auch nachvollziehbar sein: Wenn der Arzt prognostiziert, dass Sie für mindestens 2 Jahre außer Gefecht gesetzt sind und auch die Erkrankung diese Prognose unterstützt, wird man sich gegen eine monatliche „Belästigung“ – so muss man das dann schon nennen – auch wehren können.

Darüber hinaus darf der Versicherer nach den meisten gängigen Bedingungen, einmal jährlich eine Begutachtung verlangen. Auch hier hängt es stark vom Einzelfall ab, ob der Versicherer wirklich jedes Jahr davon Gebrauch macht oder nur alle paar Jahre oder auch überhaupt gar nicht. Das hängt neben den bereits erwähnten Einzelfallumständen, wie Beruf und Art der Erkrankung, auch von der Restlaufzeit des Vertrages ab.

Bei den Begutachtungen sind die Versicherer aber erfahrungsgemäß etwas sensibler und begutachten tendenziell lieber etwas später als zu früh. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass der Versicherer die Kosten der Begutachtungen zu zahlen hat und solche Gutachten nicht ganz billig sind.

Auch im Bereich der Nachprüfung können Fehler gemacht werden und es sollte derselbe sorgsame Umgang gepflegt werden, wie bei der Erstprüfung. Ein Fehler in der Nachprüfung kann heißen, dass die Rentenzahlung eingestellt wird. Um das zu vermeiden, empfehle ich auch für Nachprüfungen eine professionelle Begleitung.

Ich selber stehe bei Nachprüfungen ausschließlich meinen Mandanten, die sich schon in der Erstprüfung von mir begleiten lassen haben, zur Verfügung. Es gibt aber sicherlich Berufskollegen, die auch isoliert zu Nachprüfungen beraten.

 

 

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