Gemäß § 4 Abs. 3 der Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MB/KT) darf das versicherte Krankentagegeld nicht höher sein als das Nettoeinkommen aus beruflicher Tätigkeit. Anderweitige Ansprüche im Krankheitsfall, z.B. aus der gesetzlichen Krankenversicherung, sind zu berücksichtigen.

Hintergrund ist der, dass niemand während einer Arbeitsunfähigkeit finanziell besser gestellt sein soll, als bei Arbeitsfähigkeit.

Bei Vertragsabschluss sollte das Krankentagegeld dementsprechend korrekt berechnet werden. Wenn das Einkommen während der Vertragslaufzeit nicht nur vorrübergehend, sondern längerfristig sinkt, ist das dem Krankenversicherer anzuzeigen, damit auch das Krankentagegeld reduziert wird. Dies ergibt sich aus § 4 Abs. 4 MB/KT.

Sobald der Versicherer Kenntnis davon erlangt, dass sich das Einkommen nicht nur kurzzeitig reduziert hat, darf er nämlich das Krankentagegeld selbst reduzieren bzw. muss weniger auszahlen. Das gilt auch, wenn er erst im Leistungsfall Kenntnis von diesem Umstand erlangt.

Nichts desto trotz gibt es immer wieder Fälle, wo der Krankentagegeldversicherer unberechtigt kürzt. Wenn Sie von einer Kürzung im Leistungsfall betroffen sind, sollten Sie prüfen lassen, ob der Versicherer tatsächlich hierzu berechtigt war oder nicht.