Hier der Link zum Artikel: http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-27522/money-steuern-und-recht-optimaler-schutz-was-wirklich-wichtig-ist_aid_830559.html

Zu Beginn: Es gibt schlicht nicht „die beste PKV“ oder „die schlechteste PKV“ – es gibt nur „passende Tarife“ oder „unpassende Tarife“. Was für wen passend oder unpassend ist, ist immer eine individuelle Entscheidung und kann niemals eine pauschale Aussage sein.

Zitat aus dem Artikel: „Aber auch Bestandskunden sollten aufpassen, denn bei der privaten Krankenversicherung haben sie grundsätzlich ein Wechselrecht in andere gleichartige Tarife ihres Versicherers. Das bedeutet: Bestandskunden können auch in die neue Unisex-Welt eintauchen, wenn es für sie lukrativer ist.“ Quelle: Focus-Money

Diese Empfehlung ist der GAU! Bitte, bitte wechseln Sie nicht einfach so in die Unisex-Welt. Hier gilt es sorgfältig Vor- und Nachteile abzuwägen. Das was heute für Sie als „lukrativ“ (was soll das überhaupt in Bezug auf die PKV heißen?) erscheint, kann morgen ganz böse aussehen.

Die im Artikel auf Seite dargestellten Vorteile der PKV sind ein Witz. Sorry, für meine harten Worte. Aber das geht wirklich gar nicht. Es gibt in der PKV durchaus viele Tarife, die in Teilbereichen schlechter sind als die Leistungen der GKV. Der Privatversicherte kann sich nicht nur auf den vertraglich vereinbarten Gesundheitsschutz verlassen, sondern er muss auch damit rechnen, von seinem Vertragspartner auf diesen vereinbarten Gesundheitsschutz verwiesen zu werden. Der ist nämlich manchmal durchaus gar nicht so umfänglich, wie der Versicherte denkt.

Die Autorin der Artikels hat darüber hinaus die Thematik „Altersrückstellung“ nicht verstanden oder sich damit nicht eingehend genug beschäftigt.

Die „besten Tarife“ wurden, wie man auf Seite 2 des Artikels nachlesen kann, auf Basis eines „Musterfalles“ gewählt. Tja, sind Sie wirklich Herr/Frau Mustermann? Im Zweifel nicht.

Ratings können natürlich ein Anhaltspunkt sein. Aber da sitzt jemand – außen vor, der Sie, Ihre Bedürfnisse und individuellen Gegebenheiten gar nicht kennt – und bewertet Leistungskriterien. Das kann für Sie passen, muss es aber nicht. Den Beitrag mit 40% zu gewichten, ist allerdings völlig fehl am Platze.

Dass Kulanz beim Rating außen vor bleibt, ist hingegen richtig. Auf Kulanz hat der Versicherte nun einmal keinen Rechtsanspruch. Allerdings schadet Kulanz auch der Versichertengemeinschaft, dem Kollektiv. Dies wiederum führt dazu, dass Beiträge aller Voraussicht nach steigen – zumindest dann, wenn diese Kulanzleistungen nicht schon vom Versicherer von vorneherein bei der Beitragskalkulation berücksichtigt wurden. Aber wenn er dies berücksichtigt, warum stellt er es dann nicht in den Bedingungen klar? Ein PKV-Tarif, der Sie von Kulanzleistungen (willkürlichen Leistungen) abhängig macht, ist nicht zu empfehlen.

Die konkreten Bewertungskriterien möchte ich auch kritisieren. Hauptsache der Rollstuhl ist drin? Das kann nicht deren ernst sein? Und wenn es dann „nur“ 700,00 € für den Rollstuhl gibt, ist das immer noch okay? Und es ist auch in Ordnung, wenn es zwar den Rollstuhl gibt, dafür andere große, teure Hilfsmittel fehlen, die teurer sind als ein Rollstuhl?

 

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Categories: Krankenversicherung

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