Heute berichtet das Handelsblatt darüber, dass die DKV ihren Bestandskunden den Tarifwechsel erleichtern möchte.

Spontan musste ich an den Film „…. und täglich grüßt das Murmeltier“ denken. Da war doch mal was. Richtig: März 2012. Selber Tenor, andere Zeitung.

In der Praxis geändert hat sich: Nix!

Natürlich ist Herr Muth kein Freund von Versicherungsberatern. Denn die sorgen ja dafür, dass die Versicherten in vernünftige Tarife wechseln und zwar in die, die der DKV augenscheinlich nicht genehm sind.

Zitat, Quelle Handelsblatt: „In den Tarif könnte er übrigens ohne Gesundheitsprüfung wechseln – auch das spuckt der Online-Check aus. Daneben gibt es auch Varianten mit neuer Gesundheitsprüfung, was Versicherte aber vermeiden.“

Ach bitte! Warum vermeiden die Versicherten dies denn? Weil nicht genügend aufgeklärt wird. Besonders das Recht auf Mehrleistungsverzicht wird ja sehr gerne von Gesellschaften – auch von der DKV – unter den Teppich gekehrt.

Zitat, Quelle Handelsblatt: „Die Folge: Außerhalb der Krankenversicherer hat sich eine Vermittlerschar etabliert, die genau diesen Service anbietet. Das Ziel ist dabei meistens, durch einen Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV) Geld zu sparen. Dass dieser Service von vielen Kunden dankbar angenommen wird, ärgert aber viele PKV-Manager.“

Ad 1: Versicherungsvermittler, die einen Tarifwechsel-Service außerhalb ihres Bestandes anbieten, sind eher kritisch zu betrachten. Sie bewegen sich auf sehr dünnem Eis und die Versicherten gleich mit. Meines Wissens gibt es da aber auch nur Einzelfälle, die sich auf dieses dünne Eis begeben. In den meisten Fällen, wird dieser Service durch Versicherungsberater angeboten. Die dürfen das und zwar ohne Einschränkung.

Ad2: Geld sparen mag bei einigen Tarifwechselanbietern, die auf Erfolgshonorarbasis arbeiten, die oberste Priorität sein. Aber auch innerhalb der Erfolgshonorar-Anbieter muss man sicherlich differenzieren. Geld sparen ist oft auch die Priorität bei den Versicherten. Erst einmal. Nach ausführlicher Beratung ergibt sich dann meistens eher eine Tendenz zu „Geld sparen wäre schön, Lücken stopfen  und/oder Leistung erhalten ist aber wichtiger“.

Ad3: Warum ärgert es denn die PKV-Manager? Wenn doch alles perfekt läuft, kann es dem Versicherer doch eigentlich total egal sein, wenn sein Kunde Geld in die Hand nimmt und sich neutral beraten lässt. Es schadet dem Versicherer doch nicht. Kein Grund sich zu ärgern. Ärgern kann sich der Versicherer doch nur dann, wenn dieser neutrale Dritte die Pläne des Versicherers kreuzt und in (für den Versicherer) unangenehme Diskussionen einsteigt. Dem neutralen Dritten fällt nämlich auf, was der Versicherungsnehmer als Laie übersieht. Tja, dann verstehe ich den Ärger durchaus. Ich fürchte nur, da muss die Versicherungswirtschaft halt durch.

Zitat, Quelle Handelsblatt: Mit dem neuen Online-Vergleich macht Muth einigen Beratern das Geschäft kaputt.

Oh je. Da sind wir aber noch weit von entfernt.

Zitat, Quelle Handelsblatt: Von denen hält Muth aber ohnehin wenig. Einige fragten ganz gezielt nach Tarifvarianten für ihre Kunden, bei denen das Ziel zu sein scheine, die eigene Provision zu optimieren.

Eben: Einige! Und warum hält Herr Muth dann grundsätzlich von Tarifwechselberatern wenig, wenn es doch nur einige schwarze Schafe gibt?

Und weil es ja aktuell angeblich so gut läuft bei der DKV: Gestern habe ich ein neues Mandat angenommen. Aktueller Tarif: AM0, ZM1, SM6. Angebot der DKV: K2B. Noch Fragen?

So lange die Erleichterung für die Versicherten nur eine schöne Idee des Vorstandes sind und es an der Praxisumsetzung weiter hapert, wird es auch Tarifwechselberatungen mit Sinn geben.

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Categories: Krankenversicherung

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