Die DKV behauptet ja immer mal wieder, dass sie ihren Versicherungsnehmern den PKV-Tarifwechsel erleichtern möchte und bietet an, dass der Verbraucher sich online informieren kann und zwar über das Portal myDKV.

Ich habe über dieses Thema bereits berichtet und wollte dieses Angebot einem Verbrauchertest unterziehen. Hierfür hatte ich Testkunden gesucht. Es haben sich viele Verbraucher gemeldet. Hierfür vielen Dank. Aber leider haben sich die meisten lediglich die kostenreduzierte Beratung „mitgenommen“ und über den weiteren Verlauf nicht weiter berichtet. Das finde ich sehr schade.

Insofern kann ich den versprochenen Bericht nur über einen Teilaspekt erstellen,
nämlich über die Frage: „Wie hilfreich ist der Service, der in myDKV angeboten wird?“.

Für die Verbraucher ist das Portal eine erste Informationsstelle. Es ist für den Laien nicht ganz einfach an passende Tarife zu kommen. Im Prinzip muss man schon wissen, was man will, um mit den Vorgaben dann den Tarif zu finden, den man gerne hätte. Immerhin ist die Tarifauswahl weitestgehend vollständig. Aber nur weitestgehend, alle Tarife sind nicht abgebildet. Da hakt es leider schon. Allerdings machen Tarifwechsel nicht in alle Tarife Sinn. Die sinnvollen Tarife habe ich jedoch alle gefunden. Infsofern kann ich da auch mal ein Auge zudrücken.

Der Versicherte kann wählen, ob er Tarife mit oder ohne Gesundheitsprüfung angezeigt bekommen möchte. Hier wird der Verbraucher aber ans falsche Händchen genommen. Viele Versicherungsnehmer scheuen vor der Gesundheitsprüfung zurück.
Dabei ist das an sich nichts schlimmes.

Exkurs Gesundheitsprüfung: Wenn der Zieltarif Mehrleistungen gegenüber dem Ursprungstarif bietet, ist der Versicherer zur Gesundheitsprüfung berechtigt. Das heißt aber nicht, dass der Versicherte dann zum Arzt muss (so verstehen das viele Verbraucher), sondern er muss – wie bei der ursprünglichen Antragsstellung – die Antragsfragen erneut beantworten. Natürlich bedeutet das etwas mehr Arbeitsaufwand für den Versicherungsnehmer, denn er muss hier natürlich auch genauso gewissenhaft vorgehen, wie bei der eigentlichen Antragsstellung auch. Der Versicherer wird nach Rücklauf des neu ausgefüllten Antrages entscheiden, ob der dem Tarifwechsel ohne Risikozuschlag zustimmt oder einen Risikozuschlag erhebt. Der Versicherungsnehmer kann den Risikozuschlag dadurch abwenden, indem er auf die Mehrleistungen des Zieltarifes verzichtet. Da er die Minderleistungen aber trotzdem hinzunehmen hat, sollte man bei Erhebung eines Risikozuschlages schon sehr genau hinsehen. Macht der Tarifwechsel auch mit Risikozuschlag Sinn? Ist der Risikozuschlag angemessen? Ist der Tarifwechsel ohne die Mehrleistungen aber mit Minderleistungen noch interessant? Nichts desto trotz sollte der Versicherungsnehmer die Gesundheitsprüfung nicht scheuen.

Wenn der Verbraucher sich dieser ersten Informationsquelle bedient hat, muss sich zwingend eine Beratung anschließen. Das muss natürlich kein externer Berater sein,
dies kann natürlich auch die DKV übernehmen. Ob das über die DKV funktioniert oder nicht, kann ich leider – mangels ausreichender Rückmeldungen – überhaupt nicht beurteilen.

Alle Verbraucher in der Testkundenberatung bestätigten jedoch, dass das Informationsportal alleine nicht ausreicht. Sie haben weiteren Beratungsbedarf.

Was meine regulären Fälle angeht kann  ich jedoch berichten, dass der Tarifwechsel in den meisten Fällen ohne weitere Probleme umzusetzen ist.
Und hier die Einschränkung: Wenn man weiß was man will!

So hat beispielsweise kürzlich ein Mandat selbst vorab Angebote bei der DKV angefordert. Zurück kamen: Einige Tarifalternativen, die alle zur Beitragsreduzierung führen und leistungstechnisch auch interessant sind.

Auch hier wieder ein großes ABER:

Alles Unisex-Tarife und kein Hinweis hierauf. Der Laie kann es an der bloßen Tarifschlüsselung nicht erkennen. Es gab keinen Hinweis auf die negativen Konsequenzen bei einem Wechsel in den Unisex-Tarif. Kein einziger Bisex-Tarif wurde zum Vergleich vorgestellt. Diese wären aber leistungs- und beitragstechnisch die erste Wahl. 

Fazit: Für den Berater ist das Portal eine Erleichterung, fallen doch die mitunter lästigen Preisabfragen bei der DKV weg. Für den Kunden ist es eine erste Informationsquelle, was machbar ist. Sonst ist wohl alles wie gehabt. Mal läuft es gut, mal läuft es schlecht, mal leistet sich die Gesellschaft ein Böckchen………….

Aber das ganz große Highlight ist myDKV halt  nicht, auch wenn der Vorstand dies sicherlich anders sehen mag.