Maßgeblich beim Leistungsfall in der BU/BUZ ist der „zuletzt ausgeübte Beruf, wie er zu gesunden Tagen ausgestaltet war“.

Ein Berufswechsel kann daher Auswirkungen auf Ihren Leistungsantrag haben.
Dies zumindest dann, wenn der Berufswechsel nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgte.

Es ist unerheblich, welchen Beruf Sie beim Vertragsabschluss ausgeübt haben. Maßgeblich und Grundlage der Leistungsfallprüfung für Ihre BU-Rente ist der letzte Beruf.
Vorherige Berufe können – je nach Bedingungswerk des Versicherers – manchmal zusätzlich herangezogen werden. Dies ist aber in den meisten Fällen zeitlich begrenzt.

Foto Berufswechsel BU-Rente

Diese Regelung kann vorteilhaft sein. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn Sie in Ihrem Ursprungsberuf nicht berufsunfähig sind, in dem aktuell ausgeübten Beruf jedoch schon. Sie kann aber auch nachteilig sein.

Beispielsweise sei das  Urteil des OLG Saarbücken, vom 16.01.2013, Az. 5 U 236/12-28; VersR 2014, Heft 27, 1114, herangezogen.

Leitsatz: "Hat ein VN seinen Ausbildungsberuf nach einer Kündigung gewechselt und war bis zu seinem Unfall eineinhalb Jahre in einem anderen Beruf tätig, so ist an diesen letzten Beruf auch dann anzuknüpfen, wenn der VN mit seiner Ausübung lediglich eine Zeit der Arbeitslosigkeit überbrücken wollte."

Dieser Fall ist schon gemein  und hart;  denn der Versicherte war in dem „Überbrückungsberuf“ nicht berufsunfähig, wohl aber in seinem eigentlichen Beruf.
Aus subjektiver und persönlicher Sicht kann man hier den Kopf schütteln.
Aus objektiver und sachlicher Sicht ist die Entscheidung leider richtig.

Anders sieht das aber dann (glücklicherweise) aus, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen, quasi schon als Teil Ihrer Berufsunfähigkeit, wechseln.

 

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Categories: Berufsunfähigkeit

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