BU-Antrag ausfüllen

Die erste große Hürde bei der Leistungsanmeldung zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist es, den BU-Antrag auszufüllen. Das ist der Fragebogen, den Ihnen der Versicherer als erstes zukommen lässt.

Kann man da jetzt etwas falsch machen?
Ja, eine ganze Menge.

In diesem Beitrag finden Sie ein paar Tipps, die Ihnen vielleicht nützlich sind:

Tipp 1:

Der gefällt Ihnen vielleicht jetzt gar nicht. Aber der erste und wichtigste Tipp zu diesem Thema ist der: BU-Antrag nicht alleine ausfüllen.

Trotz aller Tipps und Infos, die Sie im Internet finden: Ihr Fall ist individuell. Jeder Versicherer hat individuelle Formulare. In jedem Fall können Details stecken, die bei allgemeinen Tipps nicht berücksichtigt werden können. Wichtig ist vor allem, dass alles plausibel und vollständig dargestellt wird (Beitrag hierzu: Plausibilität).

Falls Sie jetzt schon denken: „Ja, ich hole mir jemanden ins Boot“, nutzen Sie gerne das kostenlose telefonische Erstgespräch. Infos hierzu finden Sie hier: Erstgespräch kostenlos

BU-Antrag ausfüllen

Falls nicht, lesen Sie gerne weiter. Bitte beachten Sie, dass ich nur auf Allgemeines eingehen kann und die Tipps keine Anleitung zum kompletten Ausfüllen eines Leistungsantrages darstellen sollen.

Tipp 2:

Geben Sie keine Telefonnummer an und schreiben Sie in das Formular, dass Sie ausschließlich schriftlichen Kontakt wünschen. Hintergrund ist der, dass Anrufe der Versicherer Sie überrumpeln können. Die Mitarbeiter sind durchaus geschult, Ihnen Informationen zu entlocken, die sich ungünstig auswirken können. Bei einem Brief haben Sie Zeit nachzudenken, wie Ihre Reaktion aussehen kann.

Tipp 3:

Nehmen Sie sich genug Zeit für das Ausfüllen. Denken Sie bei jeder Frage (auch wenn sie sich noch so harmlos liest): „Warum will/muss der Versicherer das wissen und was steckt hinter dieser Frage?“. Beispiel: Der Versicherer fragt nach Ihrem Einkommen. Warum macht er das? Lesen Sie hierzu bitte meinen Artikel: Lebensstellung. Der Versicherer fragt nichts ohne Grund und Hintergedanken, seien Sie sich dessen bei Ihren Antworten immer bewusst.

Tipp 4:

Bleiben Sie bei belast- und belegbaren Fakten. Beispiel: Wenn Sie als Arbeitnehmer täglich 12 h gearbeitet haben (was ein Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz darstellt): Wird Ihr Arbeitgeber im Zweifelsfall zugeben, dass er über einen langen Zeitraum hiergegen verstoßen hat? Oder eher nicht? Können Sie diese 12 h im Härtefall irgendwie beweisen? Nicht? Dann haben Sie möglicherweise ein Problem. Es ist für den Versicherer ein leichtes, mal eben Ihr Berufsbild zu bestreiten und Sie in die Beweispflicht zu bringen. Lassen Sie auch sämtliche Emotionen, z.B. Wut auf Ihren Arbeitgeber, dem Sie die schuld für Ihre Erkrankung geben, außen vor. Über- und untertreiben Sie bei keiner einzigen Frage.

Tipp 5:

Lesen Sie alle Arztberichte und sonstige Anlagen, die Sie dem Antrag beifügen müssen, sorgfältig durch. Beispiel: Der Arzt schreibt: „Keine Konzentrationsstörungen vorhanden“. Sie können dann schlecht im BU-Antrag einfach „Konzentrationsstörungen“ ankreuzen oder angeben. Es sei denn, der Bericht ist vielleicht älter und in einem neueren Bericht findet sich das oder der Arzt hat das falsch eingeschätzt, dann brauchen Sie aber auch eine weitere belastbare Unterlage.

Der BU-Antrag bildet das Grundgerüst Ihres Leistungsfalles. Falsche / ungünstige Angaben können Ihren Versicherungsschutz gefährden und/oder Ihren Fall unnötig in die Länge ziehen.

Auch, wenn Sie sich nicht professionell beraten lassen möchten oder können, weil z.B. die finanziellen Mittel fehlen: Nehmen Sie den Fragebogen nicht auf die leichte Schulter und überlegen Sie sehr genau, wie Sie den BU-Antrag ausfüllen.

Foto: @pixabay free-photos

 

 

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Categories: Berufsunfähigkeit

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