Oft wird angeraten statt einer Risikovoranfrage mehrere Anträge gleichzeitig zu stellen. Das Argument: Richtige Anträge nimmt der Versicherer ernster.

Das stimmt.

Im Gegensatz zur Risikovoranfrage ist diese Vorgehensweise jedoch sehr arbeitsintensiv, denn:

  • Sie müssen sich von den in Frage kommenden Unternehmen die Unterlagen zukommen lassen bzw. hierfür jemanden beauftragen,
  • Sie müssen Gesundheitsfragen mehrfach beantworten. Da die Unternehmen sehr unterschiedliche Gesundheitsfragebögen haben, müssen Sie sich hier sehr konzentriert auf die diversen Fragestellungen einlassen,
  • Sie müssen die Frist für den Widerruf im Auge behalten,
  • Sie müssen die Rückläufe kontrollieren: Wer bleibt in der engeren Auswahl, wer fliegt raus?
  • Sie müssen sich für ein Unternehmen entscheiden und alle anderen am Besten per Einschreiben/Rückschein widerrufen

Einige weitere Punkte sollten Sie beachten:

  • Sehen Sie zu, dass die Unterlagen vollständig sind. Rückfragen seitens der Versicherer bedeuten zeitliche Verzögerung. Idealerweise haben Sie bei Antragstellung auch bereits die Ergänzungsfragebögen vorliegen und können diese direkt mit ausfüllen,
  • Wählen Sie nicht das Lastschriftverfahren und geben Sie dem Versicherer bzw. dessen Vertreter den Erstbeitrag nicht bar. Bestehen Sie darauf, dass Sie den Erstbeitrag nach Rechnungsstellung überweisen möchten,
  • Wählen Sie den Versicherungsbeginn in der Zukunft und wählen Sie nicht den sofortigen Versicherungsschutz.

Diese Aufzählungen ersetzen keine Individualberatung und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Ob für Sie die Risikovoranfrage oder das Stellen mehrerer Anträge gleichzeitig die ultimative Lösung darstellt, können Sie nur über einen Versicherungsmakler oder Versicherungsberater in einer persönlichen Beratung darstellen.

Dieser Beitrag dient ausschließlich Ihrer Information. Die o.a. notwendige Beratung führe ich selbst nicht durch.

 

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2 Comments

Gerd Kemnitz · 20. Oktober 2014 at 01:05

Sehr geehrte Frau Baumeister,
wenn ein Antragsteller mehrere Anträgegleichzeitig stellen will, wie müsste er dann die Antragsfrage „Bestehen bereits Berufsunfähigkeitsversicherungen oder sind solche beantragt?“ beantworten?
Sollte er diese Frage in jedem Antrag mit „Nein“ beantworten, sehe ich die Gefahr einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Die Antragstellung wird zwar nur durch eine Datumsangabe dokumentiert. Logischerweise müssen die Anträge aber immer nacheinander gestellt worden sein – und wenn es sich nur um wenige Minuten handelt. Deshalb wäre nach meiner Ansicht spätestens bei der zweiten Antragstellung bereits ein Antrag gestellt und die o.g. Antragsfrage entsprechend zu beantworten.
Sind Ihnen aus der Rechtsprechung schon diesbezügliche Fälle bekannt?
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Kemnitz

    Angela Baumeister · 20. Oktober 2014 at 06:53

    Sehr geehrter Herr Kemnitz,
    der Artikel ist aus dem Jahre 2010. Zu diesem Zeitpunkt war die Auswahl an Versicherern, die eben nicht nach bereits beantragten BU-Versicherungen sondern nur nach abgelehnten Anträgen fragen, um einiges größer als heute. Grundsätzlich sind die gestellten Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Fälle aus der Rechtsprechung, die genau auf die Reihenfolge der Antragsstellung bei mehreren Anträgen abstellen, sind mir spontan nicht bekannt. Im Zweifelsfall würde ich in solchen Fällen anraten, per Risikovoranfrage zu arbeiten, wenn Zielversicherer auch nach bereits beantragten BU-Versicherungen fragen. Das ist aber immer eine Einzelfallentscheidung und kommt maßgeblich darauf an, wer die Zielversicherer sind und wie die Antragsfragen gestellt sind.
    Mit freundlichen Grüßen
    Angela Baumeister

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