Auch für Ärzte ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung richtig und wichtig.

Häufig werden diese Verträge mit folgender Begründung an den Mediziner gebracht:

1. Die Leistungen aus dem ärztlichen Versorgungswerk werden erst ab 100% erbracht und die Approbation muss zurück gegeben werden;

2. Die Leistungen aus dem ärztlichen Versorgungswerk sind zu gering, besonders für Ärzte, die schon in jungen Jahren berufsunfähig werden.

Beide Aussagen sind soweit auch völlig richtig.

Aber auch bei Bezug privater Berufsunfähigkeitsrenten droht möglicherweise die Gefahr des Approbationsverlustes. Laut Auskunft der Ärztekammer Nordrhein prüft diese bei Bekanntwerden einer Berufsunfähigkeit durchaus auch, ob die verbleibenden Teilleistungen des Arztes für den Patienten noch zumutbar sind oder ob die Approbation entzogen werden sollte und muss.

Nun erfährt die Ärztekammer sicherlich nicht automatisch von dem Bezug einer privaten Berufsunfähigkeitsrente. Dennoch kann es natürlich dazu kommen, dass die Ärztekammer hiervon erfährt, z.B. durch Patientenbeschwerden, anonyme Anzeigen von Mitbewerbern, etc. pp.

Lesen Sie hierzu bitte auch bei der Bundesärztekammer zum „Verfahren zum Entzug der ärztlichen Approbation“ nach.

Eine schwere Erkrankung, die eine (Teil-)Berufsunfähigkeit auslöst, könnte zumindest den einen oder anderen Passus des Gesetzes stützen.

Unproblematisch wird es in der Regel sein, wenn der Arzt seinen Beruf für die Dauer der Berufsunfähigkeit gar nicht ausübt und erst später, nach völliger Gesundung, in seinen Beruf zurückkehrt.

Wer aber als Arzt noch stundenweise arbeiten will und kann, weil er nur teilweise berufsunfähig ist, sollte den zumindest theoretisch möglichen Approbationsverlust bei Antragsstellung im Hinterkopf behalten.

 

Categories: Berufsunfähigkeit

4 Comments

Thorulf Müller · 17. Februar 2014 at 13:20

Sorry, aber da muss ich Einspruch einlegen. Der Text hat mit dem Inhalt des Links auch nichts zu tun. Entzug der Approbation hat mit Unzuverlässigkeit und Unwürdigkeit zu tun, aber nicht mit der Zahl der Stunden, die ich meine Praxis öffne.

Da könnte die Kasssenzulassung entzogen werden, nicht die Approbation, da er als Kassenarzt einen Versorggungsauftrag hat.

Bei bestimmten Krankheiten, die zu einer Berufsunfähigkeit führen, könnten die Voraussetzungen für die Ausübung der Tätigkeit in Frage gestellt sein. Sowohl temporär als auch dauerhaft. Das hat aber eben etwas mit der Diagnose und nicht mit dem Antrag auf BU-Rente zu tun.

P.S.: Neben dem Entzug oder der Rückgabe der Approbation gibt es auch das Ruhen der Approbation!

Angela Baumeister · 17. Februar 2014 at 14:22

Einspruch abgelehnt. 😉
Der Artikel hat seine Richtigkeit. Vom Entzug bzw Abgabe der Kassenzulassung rede ich doch gar nicht. In meinem konkreten Fall war z.B. die Kassenzulassung schon abgegeben worden, weil das notwendige Pensum gar nicht mehr machbar war. Das sind zwei Paar Schuhe. Und ich sage auch nichts davon, dass es ein „Öffnungszeiten“- oder „Stundenproblem“ ist, sondern dass die *gesundheitlichen Einschränkungen* an sich sehr wohl in Bezug auf den genannten Link gesetzt werden könnten . So zumindest auch die Auskunft der Ärztekammer und ich denke, dass man diese Auskunft durchaus ernst nehmen sollte, wenn man als Arzt einen Antrag auf BU-Leistungen stellen will aber eben nicht ganz außer Gefecht gesetzt ist.

Ob die Folgen tatsächlich eintreffen, die Ärztekammer es überhaupt erfährt, die Diagnose für eine Unzuverlässigkeit sorgen könnte, etc. pp. wissen wir alle im Vorfeld nicht. Das wird vom Einzelfall abhängen.

Thorulf Müller · 18. Februar 2014 at 05:31

Lassen wir die Kassenzulassung beiseite. Mein Hinweis dahingehend war aber richtig!

Noch einmal: der Antrag auf eine BU-Rente kann keine Unzuverlässigeit oder Unwürdigkeit auslösen. Eine Krankheit auch nicht. Die Aussage der Kammer sehe ich daher kritisch, wenn sie tatsächlich so gefallen sein sollte.

Richtig ist aber, dass es Krankheiten gibt, die dazu führen, dass der Arzt seinen Beruf nicht mehr ausüben darf. Und das hat er sehr wohl zu bedenken und ggf. seine Approbation zurückzugeben oder ruhen zu lassen. Nehmen wir eine schwere psychische Krankheit oder eine schwere Infektionskrankheit. Wenn er die nicht meldet und seine ärztliche Tätigkeit weiterhin ausübt, dann erfüllt er die beiden o.g. Punkte und die Approbation wird durch die Kammer entzogen. Das kann er aber durch die NICHT-Beantragung der BU nicht abwenden.

Angela Baumeister · 18. Februar 2014 at 07:56

Dass der BU-Antrag an sich nicht das Problem ist, dürfte doch logisch sein. Aber er zielt nun einmal auf eine Genehmigung ab und das könnte dann eben zum Problem werden – je nach Diagnosestellung. Nichts anderes sagt der Artikel aus.

Es kann im Übrigen davon ausgegangen werden, dass Ärzte hinsichtlich ihrer eigenen Erkrankung derselben subjektiven Wahrnehmung unterliegen, wie jeder andere Patient auch. Dies besonders dann, wenn die Erkrankung nicht in das eigene Fachgebiet fällt.

Ich möchte ja nur dafür sensibilisieren, dass das eigene subjektive Empfinden („Ich kann das aber noch“) durchaus einer objektiven Prüfung durch die Ärztekammer unterliegen könnte, die dann schlussendlich zu einem anderen Ergebnis kommen könnte. Ist mir wohl nicht gelungen – sorry. 😉

Comments are closed.