Bedingungsgemäß (AUB 2008/99) heißt es: „Kein Versicherungsschutz besteht für folgende Unfälle: Unfälle der versicherten Person durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, auch soweit diese auf Trunkenheit beruhen, sowie durch Schlaganfälle, epileptische Anfälle oder andere Krampfanfälle, die den Körper der versicherten Person ergreifen. Versicherungsschutz besteht jedoch, wenn diese Störungen oder Anfälle durch einen unter diesen Vertrag fallendes Unfallereignis verursacht waren.“

In der Schadenanzeige wird immer auch nach vorangegangenem Alkoholkonsum gefragt. Es ist wichtig, dass diese Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Auch ein Freilassen nutzt nichts, da der Versicherer hier in aller Regel nachhaken wird und der Versicherte um eine Beantwortung der Frage nicht umhin kommt.  Mit einer falschen Antwort risikiert man seinen Versicherungsschutz.

Zunächst einmal ist es so, dass der Versicherer das Vorliegen des Ausschlußtatbestandes beweisen muss. Dies kann er in aller Regel dann, wenn die Blutalkoholkonzentration bestimmt wurde. Wird die Blutprobe erst sehr viel später entnommen und findet sich dann noch eine Blutalkoholkonzentration, erfolgt eine Rückrechnung bis zum Unfallzeitpunkt um dann die Blutalkoholkonzentration zum Unfallzeitpunkt zu ermitteln. Es ist dem Versicherer jedoch auch möglich, den Beweis des ersten Anscheins zu führen. Das kann er insbesondere dann, wenn der Unfallhergang dafür spricht, dass eine Bewusstseinsstörung durch Trunkenheit vorliegt.

Ab folgenden Grenzwerten spricht man von einer Bewusstseinsstörung durch Trunkenheit:

Autofahrer: zwischen 0,8 ‰ und 1,1 ‰ – Bewusstseinsstörung kommt bei zusätzlichen Ausfallerscheinungen in Betracht,

Autofahrer: ab 1,1 ‰ –   Absolute Fahruntüchtigkeit, eine Bewusstseinsstörung wird angenommen, kein Gegenbeweis möglich,

Radfahrer:    ab 1,6 ‰ –   Von einer Bewusstseinsstörung ist auszugehen,

Fußgänger:   ab 2 ‰ –       Bewusstseinsstörung ist tendenziell anzunehmen, es ist aber nicht von einer solchen zwingend auszugehen,

Beifahrer:      ab 2 ‰ –       Bewusstseinsstörung ist tendenziell anzunehmen, es ist aber nicht von einer solchen zwingend auszugehen,

Außerhalb des Straßenverkehrs gibt es keine festen Grenzwerte, hier muss immer der Einzelfall betrachtet werden.

Die Ablehnung wegen Bewusstseinsstörung durch Trunkenheit ist für den Versicherer wegen der Beweispflicht nicht so leicht durchzusetzen, dennoch wird sie relativ häufig ausgesprochen. Sie sollten eine Ablehnung deshalb nicht ungeprüft hinnehmen. Besonders dann nicht, wenn keine Blutalkoholkonzentration bestimmt wurde und/oder Sie Ihren Unfall als Fußgänger, Beifahrer oder außerhalb des Straßenverkehrs erlitten haben.

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