Bedingungsgemäß wird für Bandscheibenschäden, die nicht überwiegend durch eine äußere Gewalteinwirkung verursacht wurden, in der Privaten Unfallversicherung keine Leistung fällig.

Der Ausschluss lautet in der Regel wie folgt:

„Kein Versicherungsschutz besteht für folgende Unfälle: Schäden an Bandscheiben sowie Blutungen aus inneren Organen und Gehirnblutungen. Versicherungsschutz besteht jedoch, wenn ein unter diesen Vertrag fallendes Unfallereignis nach Ziffer 1.3 die überwiegende Ursache ist.“

Der Versicherer muss den Ausschlusstatbestand beweisen. Meistens gelingt ihm das durch die Gutachten in den Fällen, wo die äußere Gewalteinwirkung nicht überwiegende Ursache war, durchaus.

Isolierte Bandscheibenschäden durchzusetzen, ist daher eher schwierig.  Überwiegend heißt nämlich nach gängiger Rechtsprechung „zu mehr als 50%“ – um diesen Status zu erreichen, muss die Einwirkung von außen schon erheblich sein. Lesen Sie hierzu bitte auch meinen Beitrag Unfallbegriff – Einwirkung von außen.

Es reicht nicht aus, zu behaupten, vor dem Unfall keine Beschwerden gehabt zu haben. Gerade Bandscheibenschäden verlaufen teilweise viele Jahre klinisch stumm, d.h. ohne Beschwerden zu verursachen. Mitunter reicht dann schon ein kleines Ereignis aus, um die Beschwerden hervorzurufen. Häufig passiert dies beim schweren Heben, oder auch klassisch: Der Auffahrunfall. Hier fehlt ist in aller Regel an der überwiegenden äußeren Einwirkung. Damit eine sonst gesunde Bandscheibe durch eine äußere Einwirkung so massiv geschädigt werden kann, bedarf es einer ganz erheblichen Einwirkung.

Selbst wenn diese erhebliche Einwirkung statt gefunden hat, ist es dennoch nicht ganz einfach für den Versicherungsnehmer die überwiegende Ursache zu beweisen. Nämlich dann, wenn sich aus den ärztlichen Unterlagen bereits verschleißbedingte Vorschädigungen ersehen lassen. Ist der Verschleiß so offenkundig, dass der Bandscheibenschaden auch ohne den Unfall jederzeit hätte passieren können, ist es für den Versicherungsnehmer schwer bis unmöglich, den Beweis zur überwiegenden Ursache zu führen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Unfall keine oder nur geringe äußere Verletzungszeichen hinterlassen hat.

In der Praxis wird der Versicherer ein Zusammenhangsgutachten in Auftrag geben, um Ihnen die Nachweismöglichkeit im Vorfeld bereits zu erschweren.

Bevor Sie überhaupt einen Invaliditätsanspruch stellen, ist es daher ratsam, dem Versicherer in dieser Frage einen Schritt voraus zu sein.

Wenn es weitere Verletzungszeichen gibt oder gab, dann prüfe ich für Sie gerne im Vorfeld Ihre Chancen den Nachweis bezüglich der überwiegenden Ursache zu führen.

 

Foto: Pixabay von bykst

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