Invaliditätsentschädigung außerhalb der Gliedertaxe

Nicht immer ist bei einem Unfall eine Gliedmaße oder ein in der Gliedertaxe benanntes Körperteil oder Organ betroffen. Für Gesundheitsschädigungen, die andere Körperteile oder Sinnesorgane betreffen als die aufgezählten, gilt daher die Gliedertaxe nicht.

Dies können z.B. sein: Kopf, Wirbelsäule, Brustkorb, innere Organe, etc.

Die Bedingungen der einzelnen Versicherer unterscheiden sich diesbezüglich aber auch. So gibt es Versicherer, die z.B. die Nieren in die Gliedertaxe mit aufgenommen haben, oder auch die Milz. Letztendlich ist alles, was nicht explizit in der Gliedertaxe genannt ist “außerhalb der Gliedertaxe” zuzuordnen.

In den Bedingungen heißt es meistens so (oder ähnlich):

“Für andere Körperteile und Sinnesorgane bemißt sich der Invaliditätsgrad danach, inwieweit die normale körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit insgesamt beeinträchtigt ist. Dabei sind ausschließlich medizinische Gesichtspunkte zu berücksichtigen.”

Das heißt, der Arzt stellt fest, inwieweit die Schädigung z.B. an der Wirbelsäule die normale körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit  insgesamt beeinträchtigt ist. Stellt er dann fest, dass Sie durch die Schädigung an der Wirbelsäule nach einer HWS Distorsion (ugs. auch HWS-Schleudertrauma) eine Einbuße der Leistungsfähigkeit von 10% haben, dann erhalten Sie 10% der Versicherungssumme als Invaliditätsentschädigung.

Der Passus “ausschließlich medizinische Gesichtspunkte sind zu berücksichtigen” bedeutet, dass der Arzt diese Feststellung erhebt, unabhängig von Ihrem Beruf oder Ihren Hobbys.

Wie es bei der Regulierung nach der Gliedertaxe aussieht, können Sie in meinem Blogbeitrag Invaliditätsentschädigung nach Gliedertaxe lesen.

© Angela Baumeister
Versicherungsberaterin / Versicherungsfachwirtin
Ihre Expertin für Versicherungsrecht
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